Wer braucht schon Zucker der tausende Kilometer aus Übersee nach Deutschland verschifft wird, wenn unsere heimischen Bauern den besten Zucker selber anbauen?

Die Zuckerrübe ist ein natürlicher Zuckerlieferant, der in Deutschland angebaut und auf kurzem Wege verarbeitet wird. Der Zuckerrübenanbau in der ökologischen Landwirtschaft ist sehr aufwendig, daher steckt in jeder Tüte Zucker viel Liebe und Arbeitskraft von Biobauern und Bäuerinnen aus ihrer Region.

Zuckerrübengeschichte auf dem Biohof Jacobi

Der Anbau von Zuckerrüben hat auf unserem Bauernhof eine lange Tradition. Schon der Vater von Biobauer Josef Jacobi baute Zuckerrüben an. Im Jahr 2009 konnte Josef Jacobi die Zuckerfabrik in Warburg davon überzeugen, als einziges Werk in Deutschland, vor der eigentlichen Kampagne Biorüben zu Zucker zu verarbeiten. Geerntet werden diese dadurch schon Ende September, früher als die Konventionellen, denn sie müssen zuerst in die Zuckerfabrik, um nicht mit konventioneller Ware in Verbindung zu kommen.


Umweltfussabdruck und soziale Risiken von Bio-Rübenzucker und importierten Bio-Fair-Rohrzucker aus Paraguay im Vergleich. 

in Prozent (%) und Umweltbelastungspunkten (UBP)

Bio-Rübenzucker                                  Bio-Fairtrade-Rohrzucker

Bio-Rübenzucker: Totale Umweltbelastung in UBP/t 1,10 Mio.

Bio-Fairtrade-Rohrzucker: Totale Umweltbelastung in UBP/t 1,74 Mio.

*Quelle: Bioland-Tagung 29.01.2018 - Inhalt und Gestaltung: EBP

Fazit der Studie von EBP: Der biologisch produzierte Rübenzucker ist bezogen auf die ökologische und soziale Nachhaltigkeitsdimension gegenüber dem importierten Kokurrenzzucker aus Paraguay klar zu bevorzugen.

Die Analyse des Umweltfussabdrucks zeigt, dass der Bio-Rübenzucker entlang der Produktionskette die Umwelt um 37% weniger belastet als der Bio-Fairtrade-Rohrzucker. Entscheidend für den Unterschied sind der Anbau und die Zuckerproduktion in der Fabrik. 

Die geringfügig höheren Felderträge, die unterschiedliche Düngungspraxis und damit zusammenhängende Umweltemissionen (beispielsweise Lachgas in die Luft oder Nitrat in die Gewässer) sowie die Luftemissionen aus der Bagasse-Verbrennung in der Rohrfabrik in Paraguay tragen dazu bei, dass der Bio-Rübenzucker besser abschneidet. 

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Aussaat

Früh im Jahr geht es auf die Felder, wenn im März und April die Aussaat der Zuckerrüben ansteht und der Boden ausreichend abgetrocknet und erwärmt ist. Korn für Korn wird in die Erde gelegt. Bei günstiger Witterung sind die ersten Pflänzchen schon nach zwei Wochen sichtbar. Jetzt heißt es: Hoffen, dass nicht noch frostige Tage kommen.

Pflege

In Handarbeit muss das Unkraut zwischen den Pflanzen entfernt werden, nur dann können sie gesund kräftig wachsen. Insbesondere in den ersten Wochen drohen diese die Zuckerrüben zu überwuchern. Zwischen den Reihen kann das Unkraut maschinell entfernt werden. Ca. 150 Arbeitsstunden entfallen so auf jeden Hektar Zuckerrüben. 

Ernte

Im September beginnt die Ernte. Die Blätter verbleiben gehäckselt auf dem Feld, die Rüben werden von Erde befreit und am Feldrand gelagert. Von dort werden Sie mit einer "Rübenmaus" auf Wägen verladen und zur Zuckerfabrik in Warburg transportiert. Eine durch-schnittliche Bio-Ernte liegt bei ca. 55 Tonnen pro Hektar.